Kommentar zu: Plötzlich sind wir alle Urheber von Dirk von Gehlen

 

Plötzlich sind wir alle Urheber

von Dirk von Gehlen

Mein Kommentar:

Während die einen noch diskutieren, schaffen die anderen schon Tatsachen.
Längst gibt es Empörte Künstler, die die Zeichen der Zeit verstanden haben. Zwitterlösungen erden erprobt und praktiziert.

http://www.zoeleela.com/thesen-zur-gema/

http://zoeleela.bandcamp.com/album/digital-guilt-2

http://bandcamp.com/

Alles ist ein Remix ( http://www.everythingisaremix.info/watch-the-series/ ) und nur mit freien Lizenzen kann tatsächlich eine Remixkultur entstehen. Mit freien Lizenzen können Schöpfer selbst entscheiden, was mit ihren Werken gemacht werden darf und was eben nicht.
Durch Remixe von öffentlichen Inhalten (und das sollten Erzeugnisse aus öffentlicher Hand bzw. öffentlich-rechtllichem Rundfunk per se sein) kann leicht eine Öffentlichkeit abseits der Mainstreammedien geschaffen werden. Aus meiner Sicht ist genau das der eigentliche Grund für ein Leistungsschutzrecht, bzw die Verschärfung der Verfolgung von sogenannten Urheberrechtsverstössen. Kontrolle der politischen Willens- und Meinungsbildung.
so long,
Sumy nonA

EMPÖRT EUCH!

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Kommentar zu ‘Kunst gegen Überwachung’ remixt Video von ‘Kunst hat Recht’ auf Netzpolitik.org

Von  | Veröffentlicht am: 26.02.2012 um 20:33h | 21 Kommentare

Die Auseinandersetzung der beiden österreichischen Initiativen “Kunst hat Recht” sowie “Kunst gegen Überwachung” wird künstlerischer. So ist kürzlich ein Remix des Kampagnen-Videos von “Kunst hat Recht” auf YouTube aufgetaucht, das mit ein paar simplen Ideen dem Video eine gegensätzliche Botschaft verpasst. Im folgenden die beiden Videos im Vergleich:

Video von “Kunst hat Recht”:

Remix des Videos von “Kunst gegen Überwachung”:

 

 

 

 

Beide Videos behandeln das gleiche Thema aus zwei verschiedenen Perspektiven, wobei das zweite Video, durch geschickte Rekombination der Inhalte des “Originals,” eine exakt entgegengesetzte Perspektive eröffnet.

Das erste Video beschreibt die Sicht eines Werkschaffenden, der Angst davor hat seine Inhalte an andere zu verlieren. Dies führt zu der Argumentation, geistiges Eigentum müsse besser geschützt werden.

Im zweiten Video wird die Schöpfung eines Werkes mit einem gemeinsamen, zur Teilhabe einladenden Spiel begriffen und transportiert.

Diese beiden entgegengesetzten Perspektiven spannen den Raum für die inhaltliche Diskussion auf. Die Diskussion um geistiges Eigentum krankt an der Frage der Fronten (des wir und der anderen). Gerne wird von der sogenannten Contentmafia auf das schützenswerte Verwertungsrecht der Urheber verwiesen. Doch längst ist nicht klar, ob wirklich alle Werkschaffenden tatsächlich für einen stärkeren Schutz „ihrer“ Werke sind. Denn viele Urheber erkennen mittlerweile, dass ihr Werk nicht vom Himmel fiel, sondern an vorangegangenes angelehnt ist, etwas aufgegriffen oder umgedeutet hat. Praktisch alle Geschichten wurden schon erzählt, wir verkleiden unsere Inhalte nurmehr in neue Gewänder und schaffen durch Rekombination neues.

So scheint die im zweiten Video gezeigte Perspektive von Schöpfung als Akt der gegenseitigen Inspiration als menschlicher, als sozialer. Es beschreibt den Kern von dem, was wir Kultur nennen.

Der Blick auf das Werk als schützenswertes „Eigenes“ scheint aus diesem Blickwinkel sehr egoistisch und profitorientiert. Doch auch Werkschaffende wollen überleben und benötigen somit eine Entlohnung für ihr Werk.

Gegen die Verschärfung der Verfolgung von sogenannten Urheberrechtsverletzungen zu sein, heißt nicht automatisch (auch wenn genau dies im Krieg um die Fronten gerne suggeriert wird) gegen gerechte Entlohnung für Werkschaffende zu sein.

Im Kern dreht sich die Diskussion doch um die Frage, inwieweit wir als Gesellschaft anerkennen, dass Kultur und Sprache, Mensch sein, immer auch Spiel bedeutet. Legt man nämlich Kultur und Sprache einen Spieltrieb zu Grunde, wird die Notwendigkeit einfacher und verständlicher freier Lizenzen klar. Denn mit solchen Lizenzen kann der Schöpfer selber entscheiden, was mit „seinem“ Werk gemacht werden darf und was eben nicht. Jedenfalls kann ich als Konsument mit frei lizenzierten Inhalten leichter teilhaben und teilen, ich kann Werke spielerisch umgestalten und zur Diskussion stellen. So entsteht Diskussion und Diskurs, Werke geraten ins Gespräch und somit in kollektives Bewusstsein. Schutz und Restriktion verhindern genau dieses Spiel.

Wie hoch muss die sogenannte Schöpfungshöhe eines Werkes sein, damit es dann, wie genau, geschützt werden kann? Das sollte der eigentliche Kern der Diskussion sein (im Gegensatz zur Debatte ob Schutzfristen verlängert oder verkürzt werden sollen).

So long,

Sumy nonA

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Was ist Occupy / die Netzgemeinde? Oder wer ist wir und was sind die Anderen?

 

Da stolper ich beim surfen heute über diesen Text. Also habe ich mich hingesetzt und das Ganze mal ein bisschen geremixed, ich finde die parallelen nämlich nachdenkenswert, so im Bezug auf uns, wir, die Anderen und überhaupt...

Übrigens ist der von mir hier verwurstete Artikel ein auf Handelsblatt Online veröffentlichter Kommentar von Thilo Specht zu folgendem Kommentar im Handelsblatt: Die Netzgemeinde lebt!

 

 

Das Wort „Netzgemeinde” “Occupy” geistert diese Tage durch die deutsche Medienlandschaft. Verwendet wird es immer dann, wenn ein allgemeines Stimmungsbild aus dem Internet auf der Straße eingefangen werden soll. Dann werden häufig Tweets Einzelner zitiert und es wird auf Facebook verwiesen. Die Journalisten sind sich offenbar einig: Die sozialen Netzwerke sind die Heimat der Netzgemeinde der Proteste, mit nahe gelegenem Zubringer zur Datenautobahn.

Nicht selten wurde die Netzgemeinde Occupy früher „Internet-Community” globaler Protest der Empörten genannt, bevorzugt von ergrauten Politikern Empörten selber, die das Wort den Namen in hilflose Sätze kleideten, den Blick ins Leere gerichtet. Aber der Journalismus ist dafür bekannt, dass er sprachlich mehr auf dem Kasten hat. Netzgemeinde  Occupy klingt griffiger, runder.

Nun gibt es mittlerweile zahlreiche Organisationen, die tatsächlich Ideen, Meinungen und Forderungen von Akteuren der Netzpolitik Empörten konsolidieren und zum Ausdruck bringen. Die alte Tante CCC, Lobby-Vereinigungen wie Bitkom und BVDW, aber auch hippere Gesellen wie die datenschutzkritische Spackeria oder D64  StopACTABerlin könnten indigene Stimmungsbilder auf einer validen Basis vermitteln.

Stattdessen wird beharrlich von der Netzgemeinde Occupy gesprochen. Dieses nicht greifbare Fanal der Freimaurerei 2.0 muss für alles Mögliche herhalten. Aktuell zum Beispiel für ein Stimmungsbild zum ehemaligen Liebling der Netzgemeinde(sic!) JoachimGauck

Jetzt ließe sich die Netzgemeinde Occupy als ein Hilfskonstrukt der Empirie für die Westentasche abtun. Der Journalist Stephan Dörner ist jedoch der Meinung, Occupist ist aber überzeugt, dass der Begriff Netzgemeinde Occupy seine Berechtigung erhält, weil er für eine definierte Gruppe steht:

„Ist das Wort Netzgemeinde Occupy ein guter Begriff für diese Gruppe von Menschen? Nein. Aber ich kenne keinen besseren”, so Dörner.

Von welcher Gruppe spricht er? Dörner meint die Gruppe derer, „die das Netz aktiv mittels Blogs und Twitter die öffentlichen und besetzten Raum nutzen, um Ideen zu verbreiten und Kampagnen zu organisieren”.

Dörner macht noch weitere Spezifikationen der Netzgemeinde von Occupy aus: So legitimiere sich der Begriff Netz-„Gemeinde” Occupy Bewegung aus dem Rückkanal, den andere Medien im Gegensatz zum Internet nicht aufweisen gemeinsamen Anspruch horizontaler Strukturen. (Dass Dörner vom Internet als Medium und nicht als Infrastruktur spricht, macht es auch nicht besser). Zudem unterstellt er der Netzgemeinde Occupy indirekt gemeinsame Werte und Überzeugungen.

Nun reicht die Bandbreite der twitternden und bloggenden Protagonisten von Erika Steinbach antikaptialistisch bis Christian Ströbele konservativ, von PI-News bis Indymedia Verschwörungstheorie bis Wissenschaft. In diesem Spannungsumfeld von einer Gruppe mit gemeinsamen Wertesystem zu sprechen, ist durchaus gewagt.

Wenn Doro Bär (CSU) Antifas und Christopher Lauer (Piraten) Infokrieger sich privatöffentlich fast liebevoll necken, darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass beide zu vielen gesellschaftlichen Themen sehr unterschiedliche und streitbare Auffassungen vertreten. Zwar nutzen sie die gleichen Kommunikationskanäle wie Twitter, Facebook, Blog, E-Mail, Telefon und Fax grundlegenden Strukturen in der Asamblea und besetzen öffentlichen Raum um Platz für freie Diskussion zu schaffen. Aber reicht das tatsächlich, um Bär und Lauer all die unterschiedlichsten facetten der Empörten unter dem Begriff der Netzgemeinde Occupy subsumieren zu können?

Die Filter-Bubble der Journalisten

Ein kurzer Blick auf die Sinusmilieus zeigt, dass sich kluge Menschen schon vor Dörner Gedanken darüber machten und zu einem anderen Ergebnis gekommen sind. Die Aufgeschlossenheit gegenüber Internettechnologie Platzbesetzungen ist kein eindeutiges Indiz für die Milieuzugehörigkeit. Auch in der ARD/ZDF-Onlinestudie wird von unterschiedlichen Online-Nutzertypologien ausgegangen.

Kein Wunder, immerhin nutzen heute 74% aller Deutschen ab 14 Jahren das Internet. 35% der Nutzer besuchen regelmäßig Soziale Netzwerke und Communitys. Von den Community-Mitgliedern schreiben 48% mindestens wöchentlich Beiträge und Kommentare. (Alle Angaben: ARD/ZDF Onlinestudie.) haben 99% allen Grund zur Empörung, wenn man unsere Gesellschaft einmal mit gesundem Menschenverstand betrachtet.

Da kommt einiges zusammen an Meinungsäußerungen. Von Homogenität kann da nicht mehr die Rede sein, von einer Gruppe mit gemeinsamen Werten und Überzeugungen schon gar nicht.

Journalisten wie Dörner muss sich allerdings tatsächlich der Eindruck aufdrängen, dass „das Netz”  “die Empörten” mit einer Stimme spricht sprechen, wenn einschneidende Ereignisse der Netzpolitik Politik betrachtet werden. Etwa die E-Petiton gegen das Zugangserschwerungsgesetz, die 134.000 Mitzeichner einsammelte. Oder der Erfolg der Piratenpartei, die vor allem mit netzpolitischen Themen populär wurde. Jüngst die beeindruckenden Demonstrationen gegen ACTA in vielen europäischen Metropolen.

Dörner insistiert, dass die Netzgemeinde Occupy hinter diesen Ereignissen steht. Das ist falsch und auf fatale Weise rückwärtsgewandt. Impliziert diese Sichtweise doch, dass es sich bei den Aktivisten Empörten tatsächlich um eine homogene Gruppe handelt, die gesamt gleiche oder ähnliche Eigenschaften und Interessen aufweisen wie es etwa politische Parteien tun.

Dabei zeigen diese Ereignisse doch gerade, dass Netzpolitik heute die Lebensentwürfe und Wirtschaftsräume großer Teile unserer Gesellschaft betreffen. Hinter den Guy-Fawkes-Masken der Aktivisten sind Unternehmer, Politiker und Wissenschaftler jeglicher Couleur zu finden. Jeweils mit ganz unterschiedlichen Gründen für ihren Protest. Da geht es um Geld, Einfluss, aber eben auch Idealismus und Empörung.

Die Gefahr der Überregulierung ist nicht nur eine Frage von Freiheitsentzug, sondern auch von Märkten und Wettbewerbsbedingungen. Netzpolitik Die Empörung geht heute alle an. Das ist der Grund, warum alle mitreden.

Wenn in den privatöffentlichen Diskussionen immer nur die selben twitternden Protagonisten als Sprecher einer Netzgemeinde einer nicht existierenden Einheit wahrgenommen werden, hat das wenig mit der Realität zu tun. Vielmehr ist die Filter-Bubble der Journalisten und die Meinung einiger Empörten, man müsse die Erwartungshaltungen der Medien erfüllen, Schuld an dem Dilemma.

Wer heute von der Netzgemeinde den Empörten als politische Bewegung spricht, hat also ein ziemlich eingeschränktes Blickfeld.

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ZeitenWendeZeit – Die spanische Revolution ist nicht interessant genug

ZeitenWendeZeit – Die spanische Revolution ist nicht interessant genug.

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